Frieder Sailer
»Die Fuge«
Malerei

Öl auf Leinwand, 92 × 67 cm

Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm

Öl auf Leinwand, 60 × 85 cm

Öl auf Leinwand, 30 × 46 cm

Öl auf Leinwand, 99 × 68 cm

Öl auf Leinwand, 50 × 50 cm

Öl auf Leinwand, 50 × 60 cm

Öl auf Leinwand, 170 × 170 cm

Öl auf Leinwand, 50 × 60 cm

Öl auf Leinwand, 105 × 125 cm

Öl auf Leinwand, 88 × 57 cm

Öl auf Leinwand, 80 × 100 cm

Öl auf Leinwand, 105 × 85 cm

Öl auf Leinwand, 100 × 100 cm

Öl auf Leinwand, 85 × 105 cm

Öl auf Leinwand, 75 × 88 cm

Öl auf Leinwand, 50 × 54 cm

Öl auf Leinwand, 30 × 30 cm

Öl auf Leinwand, 42 × 50 cm

Öl auf Leinwand, 40 × 50 cm

Öl auf Leinwand, 40 × 50 cm

Öl auf MDF, 40 × 60 cm

Öl auf Aluminium, 150 × 200 cm

Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm

Öl auf Holz, 35 × 50 cm
Grafik

Zeichnung/Aquarell, 30 × 50 cm

Zeichnung/Aquarell, 30 × 30 cm

Holzschnitt, 20 × 60 cm

Holzschnitt, 40 × 60 cm

Zeichnung, 20 × 30 cm

Siebdruck, 32 × 50 cm
Diese theoretische Arbeit soll keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern über ihren gestalterischen Ansatz eine Kolorierung meiner Gedanken gewähren, einen Ein- und Überblick in mein Schaffen und Denken geben. Betrachtet man zunächst den Begriff der Fuge an sich, denken wir meist an das architektonische und konstruktive Element des Zwischenraums, welcher sowohl verbindend und gleichzeitig trennend funktioniert. Im übertragenen Sinne kann die Fuge jedoch ebenso als Metapher für das Verständnis komplexer Systeme dienen. Primär steuert die Fuge den Prozess des Zusammenfügens einzelner Teile zu einem sinnvollen Ganzen. Im Holzschnitt, der in dieser Arbeit das zentrale bildnerische Gestaltungsmittel bildet, ist die Fuge mehr als nur ein technisches Detail. Sie ist das gestalterische Element, welches das Bild zu strukturieren vermag, Akzente setzt und die Dualität von Verbindung und Trennung sichtbar macht und somit die einzelnen Bildteile zusammenfügt. Ein für mich ebenso wichtiger Aspekt dieser Arbeit ist der musikalische und sein Einfluss und seine Auswirkung auf meine Arbeit. Ich will nicht versuchen, wie schon viele Künstler vor mir, die Fuge, beispielsweise von J. S. Bach, bildlich umzusetzen, sondern eher das Prinzip der Fuge als Leitfaden dieser Arbeit zu nutzen. Das Grundprinzip der Fuge basiert auf einem Wechselspiel mehrerer selbständiger Stimmen, die ein gemeinsames musikalisches Thema in zeitlicher Versetzung zueinander vorstellen. Die Fuge beginnt mit der sog. »Exposition«, in der das zentrale musikalische Thema eingeleitet wird. Danach folgen Zwischenspiele und Durchführungen, in denen das Thema in verschiedenen Tonarten und Variationen weiterentwickelt wird. Die Zwischenspiele verbinden die Einsätze des Themas und dienen meist als modulierende Abschnitte. Der dritte charakteristische Teil einer Fuge beinhaltet sogenannte »Engführungen«, in denen die Themeneinsätze dichter und zeitlich überlappend erfolgen und somit die Spannung des Stückes erhöhen. In der Schlussarbeit werden die vorangegangenen musikalischen Ideen zusammengefasst und führen zu einer abschließenden Kadenz. Vorhang auf, wir beginnen.
Der Raum als Leitthema
Der zentrale Ausgangspunkt dieser Arbeit wird vom Raum gebildet, der mich umgibt, vom Raum, in dem ich lebe und arbeite. Er ist nicht nur ein Resonanzboden, sondern lenkt auch meine Gedanken, färbt meine Stimmungen und prägt somit meine Werke. Am Anfang war sozusagen der Raum. Mit jedem Beginn einer neuen Arbeit stehe ich vor der Frage, wie der Raum gefüllt und belebt werden kann. Da ich nicht nur in ihm arbeite, sondern auch wohne, verschmelzen in ihm auch private und intime Momente zu einer Legierung. Der Raum ist für mich auch Rückzugsort, durchwachsen von Grün und somit ein Biotop, das für mich die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur symbolisiert.
Blatt 1, Pflanze

Durch die Erinnerungen, durch die zahlreichen Momente, die hier ver- und durchlebt worden sind, kann dieser Raum dazu einladen, Vergangenes mit Gegenwärtigem zu verbinden. In ihm werden Sehnsüchte für das Leben mit der Natur geweckt und erfüllt. Ich finde in ihm Inspiration und dadurch, dass ich ihn gestalte, wird er zu einer Kulisse für meine Arbeit. Es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und letztlich der Geselligkeit.
Blatt 2, Kamin

Der Einfluss der Musik
Für mich ist die Musik mehr als eine bloße Begleitung. Wie ein unsichtbarer Faden durchzieht sie meine Werke, beeinflusst meine Stimmung und Gedanken und hinterlässt somit ihre Spuren. Sie färbt sich auf die Leinwände ab, drängt sich hier auf, verhält sich dort hintergründig. Sie inspiriert und resoniert. Sie öffnet mir die Augen für neue Wege und Ausdrucksformen.
Blatt 3, Flügel

Mann mit Hund.
Draußen ist es kalt.
Eine Reise durch
das triste Halle — im Winter.
Blatt 4, Winterreise

Wie bald, ach wie bald kommt die stille Zeit,
Da ruhe ich auch, da ruhe ich auch, und über mir rauscht
die schöne Waldeinsamkeit, die schöne Waldeinsamkeit.
Und keiner kennt mich mehr hier. Und keiner kennt mich mehr hier.
Blatt 5, Waldeinsamkeit

Doch die Waldeinsamkeit stößt auch
an ihre Grenzen und nicht überall ist es so still.
Blatt 6, Windräder

Der Raum hat mich wieder.
Hier verarbeite ich das Gesehene.
Das Erlebte will verarbeitet
werden. Nachdenklich beginnt
der Prozess von Neuem.
Blatt 7, Nachdenkender

Variationen & Durchführungen
Blatt 8, Blaupause

So wie in der Fuge ein musikalisches Thema mehrfach in unterschiedlichen Stimmen erscheint, kann ein Motiv mehrfach, aber jeweils leicht verändert, oder in unterschiedlichem Kontext wiederholt werden. Diese Wiederholungen können sich auf verschiedene Weise unterscheiden und so eine dialogische oder kontrapunktische Bewegung erzeugen. Die Druckmotive werden in ihrer rhythmischen Wiederholung und Vielfalt vom fugalen Prinzip geleitet.
Blatt 9, Flügelvariation

Canis fugit.
Blatt 10, Hundemensch

Ein Rückzugsort der Stille und Beobachtung,
Ein Innehalten zwischen innen und außen,
zwischen mir und der Welt.
Blatt 11, Rückzugsort

Benommen vom Duft der Engelstrompeten.
Blatt 12, Engelstrompete

Man sieht den Raum vor lauter Bäumen kaum.
Die Natur kehrt stets zurück. Der Raum verliert
sich im Dickicht der Bäume, doch unaufhaltsam
webt die Zeit das Grün der Natur immer wieder
zurück in sein Gefüge.
Blatt 13, Variation Wald

Wo verläuft die Grenze zwischen natürlicher und
menschengemachter Welt? Die Dämmerung lässt
diese Grenzen verschwimmen und fügt das, was
konträr erscheint, zusammen. Es stellt sich die Frage:
Was bleibt bestehen, wenn alles Lebendige vergeht?
Blatt 14, Windräder 2

Das Zusammenspiel aller thematischen Elemente führt
hiermit zu einem Höhepunkt der Variation und verlangt
durch seine Intensität nach Beruhigung der Sinne.
Blatt 15, Polyphonie

Das Gefühl der einkehrenden Ruhe
nach einem erfüllten Abend
breitet sich aus, Sinnlichkeit erwacht.
Blatt 16, Am Kamin

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras —
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Blatt 17, Zweisamkeit

Es ist, was es ist, und das genügt.
Blatt 18, Hund

Hiermit erklingt der Schlussakkord
dieser Arbeit. Die Ideen sind
zusammengefasst. Am Ende ist
der Raum einfach, aber auch
auf eine Weise vollkommen.
Alles findet sich hier wieder
zusammen, einfach und klar.
Dieser Raum, dessen Wände
sich allmählich lichten, gibt nun
den Blick auf etwas Neues frei.
Blatt 19, Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis
1) Brahms, Johannes, op. 45:
Ein deutsches Requiem, Denn alles Fleisch,
es ist wie Gras (1865)
2) Schumann, Robert, op. 39:
Liederkreis, In der Fremde (1842)
Danksagung
Ich möchte mich bei all denen bedanken, die mich in dieser Arbeit technisch sowie inhaltlich und allgemein unterstützend begleitet haben. Mein besonderer Dank gilt Jonas I. V. Mosbacher für die druckgrafische Unterstützung, Karl Gustav Steinig für das Lektorat und die Korrektur, Florian Wagner für Unterstützung beim Layout und der Buchbindung, Ulrich K. W. Sailer für handwerkliches Fachwissen und Carolin Seckel für ihre allgemeine Unterstützung.
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Zeichnung/Aquarell, 32 × 45 cm

Zeichnung/Aquarell, 30 × 30 cm

Holzschnitt, 19 × 28 cm, Auflage 17

Holzschnitt, 15 × 23 cm

Holzschnitt, 15 × 20 cm

Holzschnitt, 21 × 30 cm

Holzschnitt, 21 × 30 cm
Plastik

Sandstein, 165 × 60 × 70 cm

Bronze, 20 × 5 × 14 cm

Bronze, 20 × 5 × 14 cm

Weißbeton, 17 × 10 × 10 cm

Weißbeton, 17 × 10 × 10 cm

Sandstein, 25 × 20 × 60 cm

Bronze/Sandstein, 2 × 20 × 15 cm

Bronze, 15 × 15 cm

Bronze, 15 × 15 cm

Bronze, 15 × 15 cm

Bronze, 15 × 15 cm

Bronze, 7 × 5 × 16 cm

Sandstein, 65 × 70 × 170 cm

Beton, 28 × 47 cm